Verfahrenstechnik, Bachelor of Science

Verfahrenstechnik

Wie wird aus Zuckerrüben und Kakao-Bohnen eine Tafel Schokolade, wie aus Meerwasser Trinkwasser? Wie wird aus einer alten Zeitung ein neuer Karton? Können nachwach­sende Rohstoffe das Erdöl erset­zen? Kann die Ernährung der Menschen sicherge­stellt und der Energie­bedarf dauerhaft gedeckt wer­den? Wie lassen sich Umwelt und Klima schützen?

Verfahrensingenieure stellen die Technik bereit, um diese Fragestellungen umweltschonend, effizient und praktisch zu beantworten. Bei der Umsetzung von Ent­wick­lun­gen aus dem Labor in großtechnische Maß­stäbe geht es von Alu­mi­nium und Autolack bis Zink und Zahn­pasta quer durch alle Branchen.

Die Bio- und Umwelttechnik ist mit der Ver­fah­rens­­tech­nik eng ver­zahnt und liefert neue Ideen zu klassischen Herstell­verfahren bzw. schont Roh­stoff­quel­len und Umwelt durch Recyc­ling von Reststoffen. Des­halb sind die Bio- und Umwelttechnik sowie die Rege­ne­rativen Energien mögliche Studienschwer­punkte. 

Branchen

  • Chemische Industrie
  • Apparatebau
  • Anlagenbau
  • Lebensmittel-Industrie
  • Kosmetik u. Pharma
  • Papier-Industrie
  • Grundstoff-Industrie
  • Energieversorgung
  • Umweltschutz

Studium

Das Studium beginnt mit einer fun­dier­ten, na­tur­wis­sen­schaft­lich-technischen Grundausbildung in deut­lich an­wen­dungs­be­zo­ge­nen, seminaristischen Vor­le­sun­gen in vergleichsweise kleinen Studentengruppen. Im Haupt­stu­dium folgen die fachspezifischen Ver­tie­fun­gen. Daneben werden übergreifende Schlüs­sel­qua­li­fi­ka­tio­nen wie Methodenkompetenzen, Kom­mu­ni­ka­tions­techniken und Fremdsprachenkenntnisse ver­mit­telt. Das bereitet die Absolventen für die Über­nah­me verantwortungsvoller Tätigkeiten vor, wie etwa den sicheren und nachhaltigen Betrieb einer Che­mie­an­lage.

Der Studiengang ist praxisorientiert. Die theoretischen In­hal­te werden in Labors und sehr praxisnah an An­la­gen im tech­ni­schen Maß­stab vertieft. Hier verfügt die Fakultät in einer eigenen Technikums-Halle über ei­ne her­vorragende Ausstattung. Ein prak­ti­sches Stu­dien­­se­mester in einem Wirt­schafts­un­ter­neh­men schärft den Blick für praktische Aufgaben und Lö­sun­gen sowie Arbeitstechniken und bie­tet Orien­tie­rung in der wei­te­ren Ausrichtung des Stu­diums. Nicht zuletzt ver­fü­gen die Dozenten über eine mehr­jäh­ri­ge Berufs­er­fah­rung in der In­dus­trie.

Berufsfelder

Die Verfahrenstechnik bildet ein modernes, zu­kunfts­träch­tiges und faszinierendes Bindeglied zwischen Na­tur­wis­senschaften und klassischer Ingenieur­tech­nik mit weit gespannten Anwendungsfeldern in vielen Wirt­schaftszweigen mit bis zu drei Vier­teln des ge­sam­ten welt­wirtschaftlichen Umsatzes. Auffällig ist die Vielfalt der Branchen, die praktisch jedes ge­wünsch­te Ar­beits­ge­biet ermöglicht. Im Vergleich zur Che­mischen Tech­nik ist die Verfahrenstechnik eher An­lagen-orientiert und tendiert zu ma­schi­nen­bau­li­chen Themenstellungen vor chemischem Hintergrund.

Perspektiven

Die Nachfrage nach Verfahrensingenieuren am Ar­beits­markt ist unverändert hoch, da die breit ge­fä­cher­te Qualifikation in vielen Einsatzgebieten und Bran­chen gesucht ist. Wenn man bedenkt, dass das Material prak­tisch jeden (!) Gegenstandes einen ver­fah­rens­tech­ni­schen Prozess durchlaufen hat, wird die Zu­kunfts­si­cherheit dieser Ausbildung deutlich.

Studiendauer

Das Studium umfasst insgesamt sieben Semester. Da­von sind sechs theoretische Studiensemester mit Vor­le­sun­gen und Praktika an der Hochschule und ein prak­ti­sches Studiensemester in einem Unternehmen zu ab­sol­vie­ren. Dies bietet gegenüber sechs­se­mes­tri­gen Stu­dien­gän­gen den Vorteil, dass zusätzlich zur The­o­rie auch ers­te prak­ti­sche Erfahrungen und Fer­tig­kei­ten er­wor­ben werden. Der so erzielte Hoch­schul­ab­schluss bie­tet daher eine sehr gute Be­rufs­qua­li­fi­zie­rung.

Abschluss

Das Studium schließt mit dem akademischen Grad „Ba­chelor of Science“ (BSc) ab. Dieser Abschluss be­rech­tigt zur Aufnahme weiterführender Mas­ter­stu­dien­gänge an der Hochschule Mannheim sowie an an­de­ren Hoch­schulen im In- und Ausland. Der BSc be­fä­higt im öffentlichen Dienst für die Laufbahn des ge­ho­be­nen Dienstes.

Hochschule und Umfeld

Schon lange ist die Region um Mannheim eine Hochburg der Chemischen und Pharmazeutischen Indus­trie. Namen wie BASF, Roche und Freudenberg sprechen für sich.

Kein Wunder, dass die Chemische Technik und die Verfahrenstechnik an der technisch orientierten Hochschule Mannheim eine besondere Rolle spielen. Praxisorientierte Ausbildung, enge Kontakte zur Industrie und zahlreiche anwendungsorientierte Projektarbeiten prägen hier das Studium. Gut ausgestattete Laboratorien laden zu Kreativität und Neuentwicklungen ein.

Trotz aller Moderne bleibt das Studium aber familiär und überschaubar. Kleine Arbeitsgruppen von meist 10 bis 30 Studierenden werden von motivierten Professoren betreut. Individuelle Beratung und tägliche Gespräche sind uns sehr wichtig.